Einleitung

Was ist der Joe 2060?

Der Joe 2060 ist ein nicht-offizielles Online-Quellenbuch für das Rollenspiel Shadowrun.

Schöner flüssiger Satz, nicht?

Die Erklärung, was ein Rollenspiel ist, erspare ich mir jetzt. Berufenere Leute als ich haben solche Erklärungen geleistet und ihr Produkt ist per Google im Internet leicht zu finden.

Aber was ist Shadowrun? Shadowrun ist -- unter anderem -- ein Cyberpunk-Rollenspiel, unserer Welt in der dunklen Zukunft des Jahres 2060, in der Recht und Ordnung, Gesellschaft und Staat am Zerfallen sind, voll von Gewalt, Verzweiflung und Verbrechen und beherrscht von gewaltigen Konzernen, die sich gegenseitig erbittert bekämpfen. Dabei benutzen sie nicht nur legale Mittel, sondern auch illegale. Spionage, Entführung, Einbruch, Diebstahl, Mord. Die Leute, die für sie die Drecksarbeit erledigen, heißen Shadowrunner.

Wie sieht es nun in so einer Welt aus? Wie sieht ein Sprawl aus? Wie lebt es sich dort? Was machen eigentlich Gangs, wenn sie nicht gerade als Aufwärm-Orks für die Charaktere dienen? Machen Bettler, Squatter und Obdachlose eigentlich was anderes außer darauf zu warten, den Charakteren einen heißen Tipp geben zu können und anschließend beschenkt oder umgelegt zu werden? Wie sieht 2060 der Alltag aus?

Diesen Fragen hat sich Joe 2060 gewidmet. Er soll den Alltag und Hintergrund der Welt beschreiben auf der Grundlage der Informationen die in den Shadowrun-Publikationen gegeben werden. Regeln, neue Metatechniken, neue Waffen, Zaubersprüche oder Ausrüstung wird man vergeblich suchen.

Als der Joe V1.0 entstand, widmeten sich die offiziellen Publikationen gerade anderen Dingen. Die Quellenbücher zum Alltagsleben waren out of print und vergriffen, mit Neuauflagen war nicht zu rechnen. Wolf-Philipp Fischer verfasste also einige eigene Texte dazu und stellte sie online. Und es fanden sich glücklicherweise zwei Dinge: Erstens fanden sich interessierte Fans, die das lasen. Zweitens fanden sich Leute, die bereit waren, mitzumachen, und den Joe wuchs und bekam neue Auflagen.

Mittlerweile sind Shadowrun-Quellenbücher wie das Sprawl-Überlebenshandbuch oder State of the Art 2063 und State of the Art 2064 oder Brennpunkt ADL erschienen, die sich (auch) den Punkten Alltagsleben und Allgemeiner Hintergrund widmen, und es ist schön zu sehen, dass sie den Joe in ziemlich vielen Dingen bestätigen. Das spornt natürlich an, und die Welt von 2060 ist groß und vielseitig, so dass der Joe 2060 auch weiterhin nicht überflüssig ist. Es stecken eine Menge Hintergrundmaterial, Abenteuerideen und Anregungen sowohl für Spielleiter als auch Spieler darin. Den Spielleitern soll er helfen, das Setting auszugestalten, den Spielern, ihre Charaktere und deren Interaktion mit der Umwelt auszugestalten. Beiden soll er helfen, sich die Welt von Shadowrun besser vorstellen zu können und so vielleicht mehr Spaß beim Rollenspiel zu haben. Und nun geht er in die fünfte Auflage.

Was ist neu am Joe 2060 V2.0?

Er ist an die Neue Deutsche Rechtschreibung angepasst. Hurra!

Aber Spaß beiseite. Die Unterschiede fallen sofort ins Auge. Gleich auf den ersten Seiten ist zu sehen, dass der Joe 2060 V2.0 jetzt so etwas wie ein Layout hat, und zwar eines, das sich sehen lassen kann. Nachdem das äußere Bild der Version 1.3 noch "Text, zweispaltig" war, muss die 2.0 jetzt keine Vergleich zu offiziellen Shadowrun-Büchern mehr scheuen. Das ist Stefan Ohrmann aka Bombshell zu verdanken und der Arbeit, die er hinein gesteckt hat.

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Wenn man dann einige Seiten weiter blättert, ist der zweite Unterschied nicht zu übersehen: Bilder. Eine Menge Künstler und Graphiker nicht nur aus Deutschland, vom Hobbykünstler bis zum Profi, spendeten Bilder oder fertigten sie extra für den Joe an, so dass sich der neue Joe mit zahlreichen Abbildungen in einheitlichem Stil und starker Atmosphäre präsentieren kann. Ich gebe zu, dass mich das ziemlich stolz macht.

Aber nicht nur die äußere Erscheinung hat sich geändert. Die alten Texte wurden überarbeitet und an die neuen Publikationen angepasst.

Und er ist gewachsen. Es sind eine Menge neuer Artikel dazu gekommen, von Cyberware über Gangs, Überwachung, Schule bis zu Neopaganisten. Das war nur möglich, weil sich Autoren bereit fanden, die die Mühe des Schreibens auf sich genommen haben.

Eine Menge Leute haben einen Haufen Arbeit in den neuen Joe gesteckt. Autoren, Graphiker, Layouter, Korrektoren. Ach ja, so was die Redaktion gibt's auch. All diesen Leuten möchte ich hier danken. Ohne sie gäbe es keinen Joe. Vielen Dank! Thanks a lot! Ich hoffe, unsere Arbeit hat sich gelohnt und der Joe 2060 V2.0 macht euch Spaß.

Michael Bohr und Wolf-Philipp Fischer
für das Joe2060-Team